Saudi-Arabien und Algerien senken Flüssiggaspreise während Erdgaspreise in Europa wieder steigen
Im Juli haben sowohl Saudi-Arabien als auch Algerien die Verkaufspreise für Flüssiggas (LPG) offiziell gesenkt, angesichts eines starken Anstiegs des globalen Angebots. Diese Maßnahme wirkt sich auf den globalen Energiemarkt aus, während gleichzeitig die Erdgaspreise in Europa aufgrund von zunehmenden geopolitischen Spannungen wieder steigen.
Saudi-Arabien und Algerien passen LPG-Preise an
Laut Informationen von Reuters, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, hat Aramco, das staatliche Ölunternehmen Saudi-Arabiens, die offiziellen Verkaufspreise (OSP) für Propan um 180 Dollar pro Tonne auf 580 Dollar pro Tonne gesenkt und den Butanpreis um 220 Dollar auf 600 Dollar pro Tonne reduziert. Gleichzeitig hat Sonatrach, das staatliche Ölunternehmen Algeriens, die OSP für Juli für Propan um 57 Dollar pro Tonne auf 518 Dollar gesenkt und den Butanpreis um 10 Dollar pro Tonne auf 600 Dollar pro Tonne reduziert.
| Unternehmen | Produkt | Alter Preis (USD/Tonne) | Neuer Preis (USD/Tonne) | Änderung |
|---|---|---|---|---|
| Saudi Aramco | Propan | 760 | 580 | -180 |
| Butan | 820 | 600 | -220 | |
| Sonatrach | Propan | 575 | 518 | -57 |
| Butan | 610 | 600 | -10 |
Bedeutung der beiden Energiegroßmächte
Aramco dient als primärer Referenzpunkt für LPG-Lieferungsverträge in Nahost und Asien-Pazifik, während die OSP-Preise von Sonatrach als Standard für die Schwarzmeer- und Mittelmeerregion, einschließlich der Türkei, gelten. Die erheblichen Preissenkungen, insbesondere von Seiten Saudi-Arabiens, haben den Verbrauchern in den betreffenden Märkten Erleichterung gebracht.
Konkret hat in Pakistan die Ölpreisregulierungsbehörde (OGRA) den Preis für eine 11,8-kg-Flasche LPG im Juli um mehr als 21% gesenkt, was eine direkte Reaktion auf den globalen Preistrend darstellt.
Erneuter Anstieg der Erdgaspreise in Europa
Parallel dazu sind die Erdgaspreise in Europa wieder stark gestiegen, nachdem Iran überraschend die vorab geplanten Friedensverhandlungen mit US-Vertretern in Doha abgebrochen hat, was die Hoffnungen auf eine schnelle diplomatische Lösung für den Nahostkonflikt zerschlagen hat.
Der Standard-ICE-Dutch-TTF-Vertrag ist auf etwa 43,80 Euro pro Megawattstunde gestiegen, den höchsten Stand seit über zwei Wochen. Die entsprechenden Gasverträge im Vereinigten Königsten folgten dem europäischen Trend und erreichten einen zwei Wochen hohen Stand von 104,8 Pence pro Therm.
Geopolitische Spannungen nehmen zu
Iran hat offiziell direkte Treffen mit hochrangigen US-Vertretern abgelehnt und stattdessen vollständig auf Vermittler wie Katar und Pakistan gesetzt. Diese Maßnahme erfolgte, nachdem Teheran die Verhandlungen Anfang dieses Monats ausgesetzt hatte, um militärische Aktivitäten Israels im Libanon zu protestieren, gefolgt vom Verlassen des Gipfeltreffens in der Schweiz.
Laufende Differenzen über die Zukunft des Waffenstillstands, Spannungen im Zusammenhang mit der Hormuz-Straße und anhaltende Streitigkeiten über Irans Atomprogramm erschweren weiterhin die Bemühungen um eine dauerhafte Einigung.
Kombiniert mit sinkenden LPG-Preisen und steigenden Erdgaspreisen ergibt sich ein komplexes Bild des globalen Energiemarktes, das sowohl aktuelle geopolitische und wirtschaftliche Trends als auch langfristige Herausforderungen der Energiebranche widerspiegelt.
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