Nachfrage nach LNG weltweit voraussichtlich um 65% bis 2050 gestiegen
Laut Shell LNG Outlook 2026 wird der Markt für Flüssigerdgas (LNG) trotz regionaler Konflikte stark wachsen
PRESSEMITTEILUNG - Der Energiekonzern Shell, der weltweit größte LNG-Händler, teilt in seinem LNG Outlook 2026 mit, dass die LNG-Nachfrage in Süd- und Ostasien stark zunimmt und die weltweite Nachfrage bis 2050 um 65% im Vergleich zum Jahr 2025 steigt wird. Diese Prognose wird zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, in dem der LNG-Markt mit Unterbrechungen durch Konflikte in der Region konfrontiert ist.
Aktuelle Lage des LNG-Marktes
Im Jahr 2025 wurden weltweit 422 Millionen Tonnen LNG gehandelt, wie Daten von Shell zeigen. Zunächst deuteten Prognosen auf ein starkes Wachstum des Handels im Jahr 2026 hin. Die Lage hat sich jedoch geändert, da der Konflikt im Nahen Osten einen Teil der monatlichen Welt-LNG-Versorgung blockiert hat.
Dieser Konflikt hat die Spot-Preise für LNG auf mehrjährige Höhen getrieben, was viele potenzielle Käufer in Asien zur Vorsicht veranlasst, so das in Großbritannien ansässige Unternehmen.
| Jahr | Handelsvolumen LNG (Millionen Tonnen) | Wachstum gegenüber Vorjahr |
|---|---|---|
| 2025 | 422 | - |
| 2026 (Prognose) | 422 - 430 | 0-2% |
| 2050 (Prognose) | ~700 | +65% gegenüber 2025 |
Auswirkungen des Konflikts am Hormuz
Shell weist darauf hin, dass der LNG-Handel im Jahr 2026 möglicherweise nicht gegenüber 2025 ansteigt, wenn der LNG-Durchfluss durch die Straße von Hormuz diesen Sommer normalisiert wird. Die Versorgung könnte jedoch eingeschränkt sein, falls die Öffnung sich verzögert durch weitere Verkehrsstörungen in Hormuz, wie sie in der vergangenen Woche aufgetreten sind.
Die Straße von Hormuz ist eine wichtige Seehandelsroute für den Transport von LNG aus dem Nahen Osten auf den Weltmarkt. Jede Unterbrechung hierbei wirkt sich direkt auf die weltweite LNG-Versorgung und -Preise aus.
Rolle von Qatar auf dem LNG-Markt
Katar, der größte LNG-Exporteur im Nahen Osten und der zweitgrößte der Welt nach den USA, hat damit begonnen, Schiffe zu organisieren, um LNG vom Persischen Golf durch die Straße von Hormuz zu transportieren.
In einem Interview mit der Financial Times Anfang dieses Monats sagte der katarische Premierminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani: "In den nächsten Wochen wird die Produktion wieder normal werden, außer bei beschädigten Anlagen." Dies hängt davon ab, ob die Durchfahrt durch die Straße von Hormuz normalisiert wird.
| Top-LNG-Exporteure weltweit | Marktanteil (%) | Aktuelle Situation |
|---|---|---|
| USA | ~23% | Normaler Betrieb |
| Katar | ~20% | Erholung nach Unterbrechung |
| Australien | ~18% | Normaler Betrieb |
Reaktion der LNG-Branche auf die Herausforderungen
Cederic Cremers, Vorsitzender von Integrated Gas bei Shell, bemerkte im Bericht des multinationalen Konzerns: "Der Konflikt hat einen System schock mit weitreichenden Unterbrechungen in allen Wirtschaftssektoren ausgelöst, aber die LNG-Branche hat ihre Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Marktbedingungen bewiesen."
Er fuhr fort: "Obwohl weitere Investitionen sowohl in die Angebots- als auch in die Nachfrageinfrastruktur erforderlich sind, bleibt die langfristige Aussicht stark, und LNG wird weiterhin eine stabile Kraft im globalen Energiesystem sein."
Langfristaussichten der LNG-Branche
Shell prognostiziert eine weltweite LNG-Nachfrage von fast 700 Millionen Tonnen pro Jahr im Jahr 2050, was eine Steigung von etwa 65% gegenüber den 422 Millionen Tonnen im Jahr 2025 darstellt. Dieses Wachstum kommt hauptsächlich aus den Ländern Süd- und Ostasiens, wo die Energie-Nachfrage aufgrund wirtschaftlichen Wachstums und Urbanisierung schnell zunimmt.
Bemerkenswert ist, dass der Markt kurzfristig mit Herausforderungen durch geopolitische Konflikte konfrontiert ist, Shell bleibt jedoch optimistisch bezüglich der langfristigen Aussichten von LNG als wichtige Übergangsenergiequelle im Prozess der Reduzierung von CO2-Emissionen.
Autor: Michael Kern für Oilprice.com