Chevron und Exxon erwarten beste Quartalsergebnisse seit 2022

Chevron und Exxon, zwei der größten US-amerikanischen Ölunternehmen, werden voraussichtlich Ende dieses Monats ihre Finanzresultate für das zweite Quartal vorlegen. Laut Reuters-Quellen könnten beide Konzerne ihr bestes Quartal seit 2022 vermelden, angetrieben durch angespanntere Öl- und Gasversorgungslagen infolge des Konflikts zwischen den USA, Israel und Iran, der am 28. Februar begann.



Die Ölkrise und geopolitische Faktoren

Dieser Konflikt führte zur Schließung der Straße von Hormus, einer lebenswichtigen Handelsroute für globalen Ölhandel. Obwohl die Ölpreise nicht die Rekordhöhe von 2022 erreicht haben, als die Preise infoge westlicher Sanktionen gegen Russien die Marke von 100 US-Dollar pro Fass überschritten, hat die aktuelle Situation zu einem deutlichen Anstieg von Öl- und Gaspreisen geführt.



Steigende Rohölpreise ziehen auch die Preise für endölprodukte nach sich, was erhebliche Gewinne für Raffinerien erbracht. Angesichts der aktuellen Versorgungskrise hat amerikanisches Rohöl eine Schlüsselrolle bei der Kompensation der aus dem Nahen Osten verlorenen Lieferungen gespielt, wobei US-Produzenten Rekordmengen an Öl und Raffinerieprodukten ins Ausland verkauften und die USA zum größten Öl- und Brennstoffexporteur der Welt machten.



Auswirkungen auf die Benzinpreise in den USA

Dies hatte jedoch erhebliche Folgen für die amerikanischen Verbraucher. Die Einzelhandelspreise für Kraftstoff sind nach den Angriffen der USA und Israels auf Iran in die Höhe geschossen, was US-Präsident Donald Trump dazu veranlasste, die großen Öl- und Gasunternehmen scharf zu kritisieren, weil sie die Benzinpreise nicht entsprechend dem Rückgang der Rohölpreise gesenkt haben.



Trump schrieb auf TruthSocial Ende letzten Monats: "Die großen Ölkonzerne senken die Benzinpreise nicht im Verhältnis zum Ölpreis. Die Kunden werden ausgebeutet." Er wies das Justizministerium an, die Angelegenheit umgehend zu untersuchen und betonte, dass die Benzinpreise schneller sinken müssten als derzeit.



Die Beziehung zwischen Präsident und Ölindustrie

Diese Aussage überraschte viele, da Präsident Trump enge Beziehungen zu den Ölunternehmen unterhält, die großzügig zu seinem Wahlkampf beigetragen haben. Er hat auch die Entwicklung der amerikanischen Öl- und Gasindustrie in seiner zweiten Amtszeit als Priorität behandelt und versprochen, die globale Energiedominanz der USA zu etablieren.



Obwohl einige Erfolge erzielt wurden, ist umstritten, ob die Unterstützung der Bundesregierung tatsächlich die USA zum größten Erdöl- und Erdgasexporteur der Welt gemacht hat oder ob dies das Ergebnis jahrelanger Bemühungen der Industrie war, widerstandsfähiger gegen Herausforderungen zu werden.



Reaktion der Ölindustrie

Die Industrie reagierte auf Trumps Vorwürfe des "Ausbeutens" von Verbrauchern mit einer Erklärung, in der sie betonte, dass Raffinerien und Kraftstoffmarketer nicht koordiniert über Preise entscheiden und nur die internationalen Rohölmarkttrends folgen.



UnternehmenBenzinpreis (US-Dollar/Gallone)Rohölpreis (US-Dollar/Fass)Zeitraum
Chevron4,0085,00August 2023
Exxon4,0085,00August 2023
Rekordpreis 20225,00100,00Juni 2022

Trump räumte ein, dass die Preise angepasst wurden, mit einem landesweiten Durchschnitt unter 4 US-Dollar pro Gallone. Er beharrte jedoch darauf, dass der Benzinpreis bei 2,50 US-Dollar liegen sollte, und wenn nicht, sei es die Schuld von Chevron, Exxon, Shell und BP.



Eine Sprecherin des American Petroleum Institute betonte, dass die Industrie das Ziel teilt, Benzinpreise an den Zapfsäsen zu senken und die Stabilität auf dem globalen Energiemarkt wiederherzustellen. Bethany Williams wies jedoch darauf hin, dass "Benzinpreise nicht mit Rohölpreisen korrelieren, insbesondere in einer globalen Krise, die die Versorgung, Verarbeitung und Lagerbestände betrifft."



Aktuelle politische und wirtschaftliche Lage

Während die USA und Iran Fortschritte bei den Friedensverhandlungen erzielt haben, wurde ein endgültiges Abkommen noch nicht erreicht. Die Wiederherstellung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus läuft zwar, ist aber instabil. Dies bedeutet, dass das Preziel des Präsidenten in naher Zukunft schwer zu erreichen sein wird.



Was die Gewinne der großen Ölkonzerne betrifft, könnten sie stärkeren Unmut und entschlosseneres Handeln seitens der Regierung auslösen, wofür die Industrie durch Lobbyarbeit im Weißen Haus bereits gewappnet ist.