Öltransporte durch die Straße von Hormuz: Ungleichmäßige Erholung nach Waffenstillstand
Charles Kennedy für Oilprice.com
Zusammenfassung der Öltransportsituation nach dem Waffenstillstand
| Indikator | Vor dem Krieg | Nach Waffenstillstand (aktuell) | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Anzahl Schiffe/Tag durch Hormuz | 84 Schiffe | ~27 Schiffe | Rückgang ~68% |
| Kriegsrisiko-Versicherungsprämien | Basis | 8-fach höher | Anstieg 700% |
| Ölexporte aus Saudi-Arabien | Normalniveau | Starker Anstieg | Schnelle Erholung |
Ungleichmäßige Erholung im Öltransport
Laut Verkehrsdaten von Kpler haben Saudi-Arabien seit dem Waffenstillstand am 17. Juni rund 34 Millionen Barrel Rohöl durch die Straße von Hormuz transportiert. Diese Zahl ist bemerkenswert, insbesondere da nur etwa 27 Handelsschiffe täglich die Meerenge mit aktivem AIS-Signal passieren, wie Daten von IMF PortWatch zeigen.
Der Handelsverkehr beträgt nur etwa ein Drittel des vor dem Konflikt üblichen Niveaus von etwa 84 Schiffen täglich, obwohl die Ölexporte weiter ansteigen. Am 4. Juli durchquerten nur 25 Schiffe die Meerenge mit aktivem AIS-Signal, während Bloomberg berichtete, dass vier auslaufende Öltanker ihre Route änderten, nachdem sie eine Funkwarnung von den iranischen Revolutionsgarden erhalten hatten.
Änderungen im Schiffsbetrieb
Ein Großteil des Öls, das derzeit durch Hormuz transportiert wird, wird von staatlich unterstützten Flotten unter staatlichen Versicherungsvereinbarungen oder von Schiffen mit eingeschränkten oder deaktivierten AIS-Signalen befördert. Unabhängige Schiffsbetreiber, die normalerweise einen erheblichen Teil des Seehandelsöls der Welt transportieren, sehen sich weiterhin mit Kriegsrisiko-Versicherungsprämien konfrontiert, die etwa achtmal höher sind als vor dem Konflikt, berichtet Bloomberg.
Erhöhte Exporte aus den Golfstaaten
Die ungleichmäßige Erholung hat es den großen Golfexporteaten ermöglicht, den Öltransport schneller wieder aufzunehmen als den Handelsverkehr. Saudi-Arabien hat seine Exporte seit dem Waffenstillstand stark erhöht, während die VAE nach dem Austritt aus der OPEC die Produktion beschleunigt und ihre Verkäufe auf den asiatischen Markt ausgeweitet haben, als Golföle wieder globalen Käufern zur Verfügung stehen.
Aktuelle Verkehrslage
Der Verkehr durch die Meerenge hat sich seit der fast vollständigen Lähmung während des Höhepunkts des Konflikts allmählich verbessert, bleibt aber weit unter dem historischen Niveau. Einige Golfproduzenten haben auch die Nutzung von Pipelines erweitert, die Hormuz vollständig umgehen, darunter die saudi-arabische Ost-West-Pipeline zum Roten Meer und die emiratische Habshan-Fujairah-Pipeline, was die Abhängigkeit von der Seeroute verringert, während die Exporte weiter ansteigen.
Neue Iran-Politik
Iran kündigte an, Gebühren für Schiffe zu erheben, die Dienstleistungen in der Straße von Hormuz anbieten, obwohl Beamte sagten, die Gebühren würden nicht als Transitgebühren strukturiert sein. Botschafter Abdolreza Rahmani Fazli erklärte, dass als Iran-freundend betrachtete Länder, einschließlich China, unter dem neuen Regime besonders berücksichtigt werden.
Auswirkungen auf den globalen Markt
Die Veränderungen im Öltransport durch die Straße von Hormuz könnten erhebliche Auswirkungen auf den globalen Ölmarkt haben. Mit zunehmender Nutzung alternativer Routen und staatlich kontrollierter Schiffe könnte die Markttransparenz beeinträchtigt werden. Analysten gehen davon aus, dass der Mangel an Handelsschiffen zu kurzfristigen Preisschwankungen führen könnte.
Fazit
Obwohl die Ölexporte aus der Golfregion seit dem Waffenstillstand erheblich zugenommen haben, bleibt der Handelsverkehr weiterhin deutlich verlangsamt. Die Unterscheidung zwischen staatlichem und privatem Schiffsverkehr sowie die neuen Iran-Politik könnten das globale Ölnachfrageszenario in den kommenden Monaten neu gestalten.
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