Indien bereitet sich auf maximale Exporte von verarbeitetem Rohöl in den kommenden Monaten vor
Angesichts der sich verschärfenden Konflikte im Nahen Osten bereitet sich Indien darauf vor, in den kommenden Monaten die höchsten Exportmengen an verarbeitetem Öl seit Monaten zu versenden. Laut Daten von Rohstoffanalysten von Kpler, die vom Reuters-Journalisten Clyde Russell zitiert werden, wird Indien voraussichtlich bis zu 1,55 Millionen Barrel Öl pro Tag (bpd) der leichten und mittelschweren Ölsorten im Juli exportieren.
Starkes Wachstum bei Ölexporten
Die Exportmenge im Juli ist fast doppelt so hoch wie die 866.000 bpd im Mai, als die Krise am Hormuzstrom die Ölversorgung für Indien und den Rest Asiens stark beeinträchtigte. Im Mai hatte Indien die niedrigsten Exporte seit vier Jahren verzeichnet.
| Monat | Export (bpd) | Bemerkung |
|---|---|---|
| Mai | 866.000 | Niedrigster Wert seit 4 Jahren |
| Juli (prognostiziert) | 1.550.000 | Fast doppelt so hoch wie im Mai |
Asiatischer Kraftstoffmarkt wird enger
Die Verknappung des asiatischen und globalen Kraftstoffmarktes hat einen neuen Wettlauf um die Raffineriemargen ausgelöst, nachdem der Waffenstillstand zwischen den USA und Iran vor zwei Wochen zusammengebrochen ist. Dies hat die indischen Raffinerien ermutigt, ihre Exporte von verarbeitetem Öl zu erhöhen.
Die prognostizierte Menge im Juli wird der zweithöchste Wert in den Kpler-Daten seit 2017 sein. Anfang dieses Monats hatte Kpler geschätzt, dass Indiens Exporte von verarbeitetem Öl ein seit September 2025 nicht mehr gesehene Höhe erreichen würden, da Raffinerien ihre Kapazitäten erhöhten, um von den steigenden Raffineriemargen im angespannten asiatischen Kraftstoffmarkt zu profitieren.
Risiken durch die Ölversorgung aus dem Nahen Osten
Obwohl die hohen Exporte Indiens im Juli den Druck auf den asiatischen Kraftstoffmarkt etwas verringern könnten, ist keine vollständige Entspannung garantiert, da die Ölversorgung aus dem Nahen Osten erneut hohes Verzögerungsrisiken birgt. Asiatische Raffinerien, die auf große Mengen Rohöl aus dem Nahen Osten im August gehofft hatten, stehen nun vor der Möglichkeit von Lieferverzögerungen aufgrund der sich verschärfenden feindlichen Aktivitäten, was ihre Pläne zur Erhöhung der Raffinerieauslastung in den kommenden Wochen beeinträchtigen könnte.
Raffinerien in den USA und Europa laufen bereits fast auf Volllast, aber die Anlagen in Asien möglicherweise keine erwartete Produktionssteigerung sehen, da die Lieferpläne für Juli und August durch die eskalierenden Konflikte im Nahen Osten beeinträchtigt wurden.
Diese Informationen deuten darauf hin, dass die indische Ölindustrie in einer Phase der Volatilität steckt und die Entwicklungen und Auswirkungen der regionalen politischen Lage genau beobachtet werden müssen.