Konflikt im Nahen Osten bedroht die globale Ölraffinerie-Erholung
Asiens Ölraffinerien, die auf reichlich Rohöllieferungen aus dem Nahen Osten im August setzten, stehen nun vor dem Risiko von Lieferverzögerungen aufgrund der eskalierenden Konflikte. Diese Entwicklung könnte die Pläne zur Steigerung der Raffinationsraten in den kommenden Wochen behindern, wie eine Analyse von Reuters zeigt.
Aktuelle Marktsituation
Anfang Juli zeigten sich asiatische Raffinerien optimistisch, als die vorübergehende Wiedereröffnung der Hormus-Straße nach einer Vereinbarung zwischen den USA und Iran einen zunehmenden Ölfluss aus dem Nahen Osten versprach. Doch mit dem Zusammenbruch des Waffenstillstands droht eine Verzögerung oder sogar ein Ausbleiben der angestrebten Produktionssteigerung im dritten Quartal. Der Ölfluss durch die Hormus-Straße ist seitdem auf den niedrigsten Stand seit Mai gesunken, mit nur wenigen Öltankern, die täglich diesen Engpass passieren.
Militärische Bedrohungen und ihre Auswirkungen
Zusätzlich zu den bestehenden Problemen drohen die mit Iran verbundenen Houthi-Rebellen, die Bab-el-Mandeb-Straße zu blockieren. Dies könnte die saudi-arabischen Ölexporte über das Rote Meer unterbrechen und stellt ein erhebliches Risiko für die asiatischen Raffinerien dar, die in den vergangenen Monaten stark von Öllieferungen aus dem Roten Meer abhängig waren.
Vergleich der Marktsituation
| Indikator | Asien | USA und Europa |
|---|---|---|
| Betriebsauslastung | Geringer | Nahezu maximal |
| Raffinationsvolumen (Juni) | Auf den niedrigsten Stand seit der Pandemie 2020 | Stabil |
| Risiko von Verzögerungen | Hoch | Niedrig |
| Abhängigkeit vom Nahen Osten | Sehr hoch | Mittel bis gering |
Auswirkungen auf die Kraftstoffproduktion
Die Raffinerien in den USA und Europa arbeiten bereits nahezu an ihrer maximalen Kapazität, doch die asiatischen Raffinerien werden voraussichtlich die erwartete Produktionssteigerung nicht realisieren können. Grund dafür sind gestörte Liefer- und Ladepläne für Juli und August aufgrund der eskalierenden Konflikte im Nahen Osten. Wie ein leitender Angestellter eines chinesischen Raffinerieunternehmens berichtete, könnten die Verzögerungen bei den Liefervorgängen in diesem und dem nächsten Monat die Kraftstoffproduktion in China verlangsamen.
Die chinesischen Raffinerien hatten ihre Raffinationsraten bereits im Juni erheblich reduziert, auf den niedrigsten Stand seit der Pandemie 2020, verursacht durch Lieferengpässe durch die Hormus-Straße und schwache inländische Nachfrage nach Kraftstoffen. Eine Erholung der Raffinationsraten ist jedoch angesichts der sich verschlechternden Lage im Nahen Osten keineswegs sicher.
Expertenmeinungen und Marktaussichten
Branchenexperten warnen vor langfristigen Auswirkungen, falls die Spannungen im Nahen Osten weiter eskalieren. Die Hormus-Straße ist für etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels entscheidend, und jede anhaltende Störung könnte die globalen Ölpreise weiter unter Druck setzen. Die asiatischen Volkswirtschaften, die bereits mit schwachem Wirtschaftswachstum zu kämpfen haben, könnten zusätzlich durch höhere Energiepreise belastet werden.
Die Raffinerien in Asien stehen nun vor der schwierigen Aufgabe, alternative Ölquellen zu finden oder ihre Produktionspläne anzupassen, während sie gleichzeitig die sich schnell verändernde geopolitische Lage im Auge behalten müssen.
Fazit
Die Eskalation der Konflikte im Nahen Osten stellt eine ernste Bedrohung für die globale Ölversorgung dar und trifft insbesondere die asiatischen Raffinerien hart. Während die Raffinerien in den USA und Europa relativ unberührt bleiben, kämpfen die asiatischen Betreiber mit Lieferengpässen und unsicheren Zukunftsaussichten. Die nächsten Wochen werden entscheidend sein, um zu beurteilen, wie sich die Situation entwickelt und welche Anpassungen die Branche vornehmen muss, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.