China diversifiziert LNG-Quellen, um Abhängigkeit vom Hormuz-Meerengebereich zu reduzieren
Inmitten der zunehmenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten verhandeln die staatlichen Riesen Chinas im Bereich der Flüssigerdgasimporte (LNG) über langfristige Liefervereinbarungen, die nicht mehr auf die Durchfahrt durch die Hormuz-Meerenge angewiesen sind. Dieser strategische Schritt des weltgrößten LNG-Importeurs zielt darauf ab, die Risiken aus den Gaslieferungen aus dem Persischen Golf zu minimieren.
Wie von Bloomberg unter Berufung auf vertrauliche Quellen berichtet wurde, erkundet China derzeit alternative Quellen, um seine Energielieferungen abzusichern. China ist derzeit der größte LNG-Kunde Katars, und das Land lieferte im vergangenen Jahr fast 30 % von Chinas gesamten LNG-Importen.
Drastischer Rückgang der Importe aus Katar
Aufgrund der eskalierenden Konflikte im Nahen Osten, die zu einer möglichen Schließung der Hormuz-Meerenge und zu Schäden an der Infrastruktur Katars führten, sind die LNG-Importe nach China erheblich zurückgegangen. Laut den von Bloomberg zusammengestellten Schiffsdaten beliefen sich die LNG-Importe aus Katar im zweiten Quartal dieses Jahres nur noch auf etwa 100.000 Tonnen, verglichen mit 4,7 Millionen Tonnen im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
| Zeitraum | LNG-Import aus Katar (Millionen Tonnen) | Veränderung (%) |
|---|---|---|
| Q2/2023 | 4,7 | - |
| Q2/2024 | 0,1 | -97,9 |
Strategie zur Diversifizierung der Lieferquellen
Obwohl mehrere staatliche Großunternehmen Chinas in den vergangenen Jahren langfristige Vereinbarungen mit Katar getroffen haben, bei denen sie Minderheitsbeteiligungen an einigen Erweiterungsprojekten des Golfstaats erwarben (ein Teil der Projekte wird aufgrund des Krieges verzögert), sucht Peking nicht nach Möglichkeiten, diese bindenden Verträge mit Katar zu kündigen.
Stattdessen konzentriert sich China darauf, die Abhängigkeit vom Golf zu reduzieren. Einige der größten LNG-Importeure Chinas, darunter PetroChina und Sinopec, verhandeln über potenzielle Lieferungen, die vor 2030 beginnen und für mindestens die nächsten zehn Jahre laufen, so die Quellen.
Alternative Lieferanten im Fokus
Kanada wird als eine der potenziellen Alternativen identifiziert. Kanada bemüht sich intensiv, Energieexporte nach Asien zu fördern, mit dem Ziel, eine Energiegroßmacht zu werden und die Energiexporte zu diversifizieren, um eine übermäßige Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten zu verringern.
| Potentieller Lieferant | Vorteile | Risiken |
|---|---|---|
| Kanada | ||
| Australien | ||
| Russland |
Chinesisches Dilemma: Vermeidung der US-Abhängigkeit
China steht jedoch vor einem Dilemma bei der Suche nach LNG-Lieferungen, die nicht durch die Hormuz-Meerenge führen: Das Land möchte möglicherweise eine Abhängigkeit von den US-LNG-Exporten vermeiden, aufgrund der Unsicherheiten in Handelspolitik und Steuern unter Präsident Donald Trump.
Die Abhängigkeit von US-LNG könnte China anfällig für Handelspolitikschwankungen und geopolitische Spannungen machen. Dies ist ein Grund, warum Alternativen wie Kanada attraktiver werden, da das Land stabilere Handelsbeziehungen mit China als die USA hat.
Ausblick
Chinas Bemühungen zur Diversifizierung seiner LNG-Lieferquellen spiegeln eine langfristige Energiesicherheitsstrategie in einem sich verschärfenden geopolitischen Umfeld wider. Indem es die Abhängigkeit von einer einzigen Region wie dem Persischen Golf reduziert und Lieferquellen vermeidet, die anfällig für politische Spannungen sind, versucht China, die Stabilität für den wachsenden Energiebedarf des Landes zu gewährleisten.
Die Verhandlungen mit Lieferanten wie Kanada könnten den globalen LNG-Fluss in den nächsten Jahrzehnten neu gestalten, neue Handelsrouten schaffen und die Konzentration auf traditionelle Routen verringern.
China, LNG, Energie, Geopolitik, Handel, Katar, Kanada