Ausblick auf Ölpreise 2027: Hormuz-Krise und das US-iranische Verhältnis
Die Energieexperten liefern komplexere Prognosen für den globalen Ölmarkt, wobei erwartet wird, dass bis Ende des Jahres bis zu 75% der zuvor durch den Hormus-Sund transportierten Ölmenge wieder den Markt erreichen könnten. Ein starker Rückgang der Ölpreise im Jahr 2027 ist jedoch unsicher, da die Spannungen zwischen den USA und Iran wahrscheinlich nicht vollständig gelöst werden können.
Experte Fereidun Fesharaki: "Das ist erst der Anfang"
Laut Fereidun Fesharaki, Ehrenvorsitzender von FGE NexantECA, in einem Interview mit CNBC am Montag, werden die Spannungen zwischen den USA und Iran weiter komplex verlaufen. Vor dem Konflikt mit Iran hatte das Beratungsunternehmen FGE NexantECA Ölpreise zwischen 50 und 60 US-Dollar pro Fass für das nächste Jahr prognostiziert. Dieses Szenario könnte sich 2027 noch erfüllen, basierend auf der Annahme eines dauerhaften Friedens.
Fesharaki äußerte jedoch seine persönliche Ansicht, dass es "unvorstellbar" sei, dass die USA und Iran ein dauerhaftes Friedensabkommen erreichen. "Es wird mehr Konflikte, mehr Ärger geben, das ist nicht das Ende der Geschichte. Das ist erst der Anfang", sagte er.
Ölfluss durch den Hormus-Sund: Kurzfristige Aussichten
Der Hormus-Sund, die strategische Seestraße, auf der ein Großteil des globalen Öls transportiert wird, wurde von regionalen Spannungen stark beeinträchtigt. Prognosen deuten darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Ölströme in naher Zukunft wieder den Markt erreichen wird.
Die folgende Tabelle fasst die Prognosen zum Ölfluss durch den Hormus-Sund zusammen:
| Zeitpunkt | Rückkehrrate des Ölflusses | Auswirkung auf den Markt |
|---|---|---|
| Ende 2023 | Geschätzt 75% | Bedeutende Erhöhung des Angebots |
| Anfang 2024 | Noch unklar | Hängt von der politischen Lage ab |
| Mitte 2024 | Erwartet nahe 100% | Risiko von Marktüberschuss |
Chinas Rolle im iranischen Ölmarkt
Auf kurze Sicht wird China voraussichtlich der größte Ölkunde Irans bleiben, unabhängig davon, ob Teheran versucht, andere asiatische Ölkäufer zu erschließen. Der Energieexperte Fesharaki jedoch erklärte, dass China derzeit auf eine Gelegenheit wartet und noch nicht zu großen Öl-Lieferungen aus Iran oder anderen Orten zurückgekehrt ist.
Chinas mangelndes Interesse "hält den Markt in der Schwebe", sagte Fesharaki und schafft Unsicherheit über die Geschwindigkeit der Wiederherstellung der Ölversorgung aus Iran.
Prognosen von Investmentbanken
Viele andere Analysten erwarten, dass die Durchfahrt durch den Hormus-Sund in den kommenden Monaten wieder normalisiert wird, was zu einem großen Ölüberschuss im nächsten Jahr führen und die Ölpreise senken wird.
Citigroup prognostiziert beispielsweise, dass der Brent-Ölpreis bis Ende des Jahres auf nur noch 60 US-Dollar pro Fass fallen könnte. Die Citigroup-Analysten erklärten: "Wir erwarten, dass die MOU aufrechterhalten wird und in den kommenden Monaten zu einem Abkommen wird, wenn die Downgrade-Motoren die US-amerikanischen, iranischen und die meisten Nahost-Alternativen überwinden."
Andere Wall-Street-Banken beginnen ebenfalls mit Überschussprognosen, nachdem die USA und Iran das Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet haben. Morgan Stanley hat beispielsweise die Ölpreisprognosen für die nächsten 18 Monate gesenkt, da sie eine schnelle Wiedereröffnung des Hormus-Sunds und einen schnelleren Überschuss bei der neuen Versorgung erwarten.
Aussichten für die Zukunft des Ölmarktes
| Zeitpunkt | Ölpreisprognose (USD/Fass) | Haupteinflussfaktoren |
|---|---|---|
| Ende 2023 | 60-75 | Erholung Hormuz, globale Nachfrage |
| Mitte 2024 | 50-65 | Angebotsüberschuss, politische Spannungen |
| Ende 2024 | 55-70 | Produktionsanpassungen, OPEC+ |
| 2025 | 60-80 | Nachfrageerholung, politische Stabilität |
Laut Experten befindet sich der Ölmarkt in einer entscheidenden Transformationsphase mit vielen Unsicherheiten. Die Frage, ob die USA und Iran ein dauerhaftes Friedensabkommen erreichen, bleibt die große Herausforderung, während geopolitische und wirtschaftliche Faktoren weiterhin die Zukunft des globalen Energiemarktes prägen.
Analysten betonen, dass trotz der Rückkehr des Ölflusses durch Hormuz die langfristigen Ölpreise von vielen komplexen Faktoren abhängen werden, einschließlich der Geschwindigkeit der globalen Nachfriere, der Produktionsentscheidungen von OPEC+ und der Entwicklung alternativer Energiequellen.