Weltenergie-Statistikbericht 2026: Herausforderungen der Energiewende
Das Energieinstitut hat soeben den Weltenergie-Statistikbericht 2026 veröffentlicht, in Zusammenarbeit mit Ember und unterstützt von KPMG und Kearney. Dieser Statistikbericht wird seit über 70 Jahren von BP veröffentlicht und bleibt eine der wichtigsten jährlichen Referenzen zum Verständnis des globalen Energiesystems.
Im Laufe des Monats werden wir die Hauptkategorien des Berichts eingehender betrachten, einschließlich Erdöl, Erdgas, Kohle, erneuerbare Energien, Elektrizität und CO2-Emissionen. Die erste Lektion aus der Ausgabe 2026 ist jedoch eine umfassende und unbequeme Botschaft: Die Welt fügt weiterhin mit beeindruckender Geschwindigkeit saubere Energie hinzu, aber die gesamte Energienachfrage steigt so schnell, dass der Verbrauch an fossilen Brennstoffen und die CO2-Emissionen weiterhin zunehmen.
Energieverbrauchssituation
Im Jahr 2025 ist die globale Energieversorgung von 592,2 Exajoule auf 600,3 Exajoule gestiegen, was einer Zunahme von etwa 1,4 % entspricht. Erneuerbare Energien sind prozentual noch schneller gewachsen, um fast 10 %. In absoluten Zahlen haben erneuerbare Energien jedoch nur etwa 3,2 Exajoule hinzugefügt, während die gesamte Energieversorgung um etwa 8,1 Exajoule zugenommen hat.
| Energietyp | Zunahme (Exajoule) |
|---|---|
| Gesamtenergie | 8,1 |
| Erneuerbare Energien | 3,2 |
| Fossile Brennstoffe | 4,6 |
Diese Lücke erklärt viel zum globalen Emissionsbild. Erneuerbare Energien sind schnell gewachsen, aber nicht schnell genug, um die gesamte neue Nachfrage zu decken und gleichzeitig den Einsatz fossiler Brennstoffe zu reduzieren.
Fossile Brennstoffe bleiben dominant
Im Jahr 2025 blieb Erdöl die größte Energiequelle der Welt mit 201,0 Exajoule. Erdgas ist auf 150,7 Exajoule gestiegen, während Kohle auf 166,0 Exajoule angestiegen ist. Diese drei fossilen Brennstoffe haben zusammen etwa 518 Exajoule globaler Energie geliefert.
Das bedeutet, dass fossile Brennstoffe immer noch etwa 86 % der globalen Energieversorgung im Jahr 2025 ausmachten. Erneuerbare Energien, obwohl sie sich schnell entwickeln, machten nur etwa 5,9 % aus. Kernenergie lieferte etwa 5,2 %, während Wasserkraft etwa 2,7 % lieferte.
Warnung vor Emissionen aus Nordamerika
Eine der bemerkenswerten Erkenntnisse in diesem Jahresbericht ist, dass Nordamerika für fast die Hälfte des Anstiegs der globalen CO2-Emissionen verantwortlich war. Laut dem Energieinstitut trug Nordamerika 2025 mit 47 % zum globalen Anstieg der Emissionen bei, wobei die US-Emissionen um 3,2 % stiegen.
Dies ist eine bemerkenswerte Umkehrung des langfristigen Trends in den USA. Die US-Emissionen waren von ihrem Höhepunkt zurückgegangen, dank des Übergangs von Kohle zu Erdgas, Effizienzverbesserungen, Wachstum der erneuerbaren Energien und Veränderungen in der Industriestruktur. Im Jahr 2025 zeigt sich jedoch, dass Fortschritte bei den Emissionen nicht garantiert sind.
Die Energievorteile der USA
Der Bericht hebt auch die wachsende starke Position Nordamerikas in den globalen Energiemärkten hervor. Erdöl und Erdgas zusammen lieferten mehr als 75 % der Energie in dieser Region, dank der reichen inländischen Ressourcen, insbesondere der US-Schiefertölförderung.
Die USA blieben 2025 der größte Öl- und Gasproduzent der Welt und lieferten fast 21 % der globalen Ölproduktion und 26 % der globalen Erdgasproduktion. Seit 2016 produzieren die USA mehr Erdgas als sie verbrauchen, und in den letzten drei Jahren haben sie mehr Öl produziert als sie verbrauchen.
Entwicklung des globalen Energiesystems
Der Statistikbericht 2026 zeigt ein sich in vielerlei Hinsicht bewegendes Energiesystem. Der asiatisch-pazifische Raum bleibt der größte Energieverbraucher, mit einer Gesamtenergieversorgung von 283,8 Exajoule. Allein China machte 162,2 Exajoule aus, mehr als ein Viertel des globalen Gesamtwertes. Die Energienachfrage Indiens stieg weiter und erreichte 39,1 Exajoule.
| Region | Gesamtenergieversorgung (Exajoule) |
|---|---|
| Asien-Pazifik | 283,8 |
| Nordamerika | 113,7 |
| Europa | 72,1 |
| Mittlerer Osten | Zunahme |
| Afrika | Zunahme |
Fazit
Der Statistikbericht 2026 vermittelt eine vertraute Geschichte mit neuer Dringlichkeit. Die Welt produziert und verbraucht mehr Energie als je zuvor. Erneuerbare Energien wachsen schnell, Solarenergie bricht Rekorde und kohlenstoffarme Elektrizität nimmt zu. Dennoch wachsen Erdöl, Erdgas und Kohle weiterhin.
Das ist der Grund, warum die globalen Emissionen weiter steigen. Die Welt ersetzt fossile Brennstoffe nicht schnell genug. Die Hinzufügung sauberer Energie zu einem System, dessen Gesamtnachfrage weiter expandiert, stellt große Herausforderungen dar. Die Energiewende schreitet voran, aber nicht schnell genug, um den Anstieg der Emissionen zu stoppen.
In den folgenden Beiträgen werde ich jeden Brennstofftyp und die regionalen Trends eingehender behandeln. Die Gesamteinsicht aus diesem Jahresbericht ist jedoch klar: Die Welt hat 2025 beeindruckende Fortschritte bei sauberer Energie gemacht, aber das Gesamtsystem bewegt sich weiterhin in Richtung Rekordverbrauch und Emissionen.