Kraftstoffkrise in der Krim: Russische Behörden stoppen Verkauf an Privatpersonen und Unternehmen
Inmitten einer schweren Kraftstoffkrise und einer schwachen Tourismussaison hat die von Russland eingesetzte Verwaltung der Krim beschlossen, den Verkauf von Kraftstoff an Privatpersonen und Unternehmen auszusetzen. Diese Ankündigung erfolgte, als ukrainische Drohnenangriffe weiterhin die Ölinfrastruktur und den Transport in Russland stören.
Ankündigung der Krim-Behörden
Sergei Aksyonov, der von Russland unterstützte Leiter der Halbinsel Krim, hat mitgeteilt, dass ab dem 21. Juni die Tankstellen auf der Krim nur noch staatlichen Einrichtungen Kraftstoff zur Verfügung stellen werden. Er betonte:
"Kraftstoff wird ausschließlich staatlichen Einrichtungen bereitgestellt, die für die Aufrechterhaltung wesentlicher Dienstleistungen und die Gewährleistung der Sicherheit verantwortlich sind."
Er nannte keine konkreten Zeitangaben für die Wiederaufnahme des Kraftstoffverkaufs.
Schwierigkeiten bei der Versorgung
Die Besatzungsverwaltung hatte bereits Schwierigkeiten bei der Versorgung der 2 Millionen Einwohner der Halbinsel mit Wasser und Lebensmitteln. Die aktuelle Kraftstoffkrise rückt jedoch nun in den Fokus der jüngsten Entwicklungen im Krieg Russlands gegen die Ukraine.
Ukrainische Angriffsoperation
In den letzten Monaten hat die ukrainische Armee ihre Angriffsoperationen mit Drohnen gegen Tanklastwagen verstärkt, die die Krim mit Kraftstoff versorgen. Die Halbinsel ist nur über die Krimbrücke und einen etwa 100 km breiten Streifen besetztes ukrainisches Territorium mit dem russischen Festland verbunden.
Darüber hinaus hat eine umfassendere ukrainische Drohnenkampagne Raffinerien, Pipelines und andere relevante Infrastruktureinrichtungen in Russland ins Visier genommen, was zu Kraftstoffmangel nicht nur in der Krim, sondern auch in anderen Regionen Russlands beigetragen hat.
Standpunkt des ukrainischen Präsidenten
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beschrieb diese Angriffe als "Fernsanktionen" gegen Russland, das sein militärisches Engagement hauptsächlich durch Einnahmen aus dem Öl finanziert. Er betonte:
"Russland versteht nur die Macht, und unsere Fernmacht arbeitet zweifellos für den Frieden."
Aktuelle Informationen aus dem Kriegsgebiet
In seinem neuesten Bericht vom 21. Juni gab Selenskyj bekannt, dass ukrainische Kräfte "Logistik-Marineeinrichtungen, die für den Öltransport genutzt wurden, im russischen Krasnodar-Gebiet und ein temporär besetztes Öllager in Kertsch" angegriffen haben. Aksyonov bestätigte die Angriffe auf Kertsch und meldete vier Tote und 28 Verletzte.
Folgen des Konflikts
Russische und ukrainische Telegram-Kanale zeichneten Bilder dichten schwarzen Rauchs auf, der aus der Region aufstieg. RFE/RL konnte jedoch die Berichte aus den von Russland besetzten ukrainischen Gebieten nicht unabhängig verifizieren.
Russische Angriffe in der Ukraine
Gleichzeitig setzten russische Drohnen- und Raketenangriffe auf zivile Ziele in der Ukraine fort, wobei in der zentralukrainischen Stadt Poltava mindestens zwei Menschen getötet und 14 weitere verletzt wurden, darunter sechs Kinder.
Aussichten auf Frieden
Diplomatische Bemühungen um Friedensverhandlungen in der Ukraine, die von der Trump-Administration angeführt wurden, sind in den letzten Monaten ins Stocken geraten, da Washington sich auf den Konflikt mit dem Iran und die chaotische Lage im Nahen Osten konzentriert hat. Kiew und Moskau bleiben in ihren Verhandlungspositionen weit auseinander, wobei der Kreml eine harte Linie beibehält und keine Zugeständnisse in Bezug auf die Kontrolle über die wichtige ukrainische Region Donezk macht.
Zusammenfassung der Lage
| Information | Details |
|---|---|
| Zeitpunkt des Verkaufsstopps | 21. Juni |
| Ursache | Kraftstoffkrise und ukrainische Angriffe |
| Anzahl der Todesopfer durch Angriffe | 4 Personen |
| Anzahl der Verletzten | 28 Personen |
| Folgen der Angriffe | Dicker schwarzer Rauch, Kraftstoffmangel |
Die Kraftstoffkrise in der Krim betrifft nicht nur die Bevölkerung vor Ort, sondern hat auch weitreichende Auswirkungen auf die Wirtschaft und den Tourismus, insbesondere mit dem bevorstehenden Sommer. Die Lage bleibt komplex und erfordert eine engmaschige Beobachtung.